Larve
 

 

 

Mein Kampf mit dem Schalentier
 
In meinem Jahrtausend, am 23.März,
bekam ich meinen Befund, das war kein Scherz.
Ein Schalentier, auch Krebs genannt,
machte sich mit meiner linken Brust bekannt.
Ich schwebte alleine im All,
bereit für den großen Fall.
Nun bewies sich, was Freunde sind,
sie verschwanden wie ein Blatt im Wind.
Der innere Kreis hat sich um mich geschlossen,
ich habe die Fürsorge meiner Prinzengarde sehr genossen.
Die “Großfamilie“ im Haus wurde auf eine harte Probe gestellt,
doch sie hat alle Widersacher gefällt.
Somit hat sich der 2. Kreis um mich geschlossen,
auch diese Fürsorge habe ich gebraucht und genossen.
In dem 2. Kreis sind dann noch ein paar liebe Menschen angekommen,
das machte mich vor Rührung ganz beklommen.
Da gab es dann Sabine und Christoph,
sie haben mit mir gebangt und gehofft.
Auch Lukas und Nanni werden nicht vergessen,
an ihrer Stütze kann sich kaum einer messen.
Judith, die rechte Hand meines Hausarztes sei hier genannt,
sie wurde mir als gute Freundin mit viel Feingefühl bekannt.
Die Brustklinik ist zu einem Teil meiner selbst geworden,
ich fühlte mich dort gut aufgehoben und geborgen.
Zuerst ließ ich die Chemo- über mich ergehen,
zuletzt schoss man auf mich, so kann’s einem ergehen.
Als mir bereits nach 3 Wochen die Haare ausgingen,
fing ich an die Hände zu ringen.
Von nun an war ich als Pirat bekannt,
nach meinem feuerroten Kopftuch benannt.
In der Onkologie Schwester Monika und Ute,
machten mir oft aufs Neue immer Mute.
Nach meinen OPs habe ich meine Brüste mit Namen benannt,
„Pünktchen und Anton“, ist Euch ja bekannt.
Im August traten Doc Krapfl und Constanze in mein Leben,
auch auf die beiden müssen wir einen heben.
Auf Station 15-9 lernte ich eine Leidensgenossin kennen, Ursel  genannt,
fortan  waren wir als die „siamesischen Zwillinge“ bekannt.
Geteiltes Leid ist halbes Leid,
wir waren beide nicht vor unseren Gynäkologen gefeit.
 

LarvePuppeSchmetterling

 

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